Arbeitsgeberattraktivität

Der Ruf eilt voraus!
Was macht ein Unternehmen attraktiv für Bewerber/innen?

Schon lange wird von der Relevanz eines effizienten „Employer Brandings“ gesprochen, um qualifizierte Fach- und Führungskräfte für ein Unternehmen zu gewinnen. Der inhaltliche, organisatorische und zeitliche Ablauf sowie das persönliche Empfinden eines Bewerbungsprozesses haben einen wesentlichen Einfluss auf die Bewertung der Arbeitgebermarke. Dies wird von vielen Unternehmen nach wie vor unterschätzt.

Dabei hat sich längst ein kultureller Wandel vollzogen und der Arbeitsmarkt entwickelt sich zunehmend vom Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt. Das heißt: Vielfach stehen bei der Suche nach Fachkräften und Experten die Unternehmen auf der Bewerbungsseite. Daher gilt es im Wettbewerb um Talente kreative und maßgeschneiderte Strategien zu finden, um bei Fachkräften und Experten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Einige Unternehmen sind schon erfolgreich auf den Zug aufgesprungen. Im wahrsten Sinn des Wortes ist dies am Beispiel der ÖBB erkennbar. Hier ist ein Kulturwandel deutlich wahrnehmbar. Das ursprüngliche verstaatlichte Unternehmen hat sich zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen mit innovativen Recruitingstrategien entwickelt. Weg von klassischen Stelleninseraten spricht das Unternehmen mit seiner „NASICHER“-Kampagne die Sicherheitsbedürfnisse junger Menschen an und rekrutiert damit erfolgreich Interessent/innen für eine Lehre.
Worauf kommt es nun also an? Ein zeitgemäßer Auftritt mit authentischen Ausschreibungstexten, die auch mit den tatsächlichen Aufgabenstellungen überein stimmen ist das Um und Auf. Zielgruppengerechte Auswahl digitaler Netzwerke und Job-Plattformen unter Verwendung ansprechender Formate sind ebenso wesentliche Erfolgsfaktoren.
Jobsuchende wollen schon im Vorfeld möglichst viele Informationen über ein Unternehmen erhalten. Welche Unternehmens- und Wertekultur wird gelebt? Welche Rahmenbedingungen angefangen von flexiblen Arbeitszeiten, Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zu Aus- und Weiterbildungschancen, Chill-out-Räumen, Möglichkeiten sich gesund zu ernähren bietet ein Unternehmen?

Die wichtigsten Botschafter in diesem Zusammenhang sind sicherlich die bestehenden Mitarbeiter/innen, die auch ganz wesentliche Netzwerker bei der Suche nach neuen Mitarbeiter/innen sind. Ein gelungenes Employer Branding ist also keine Einbahnstraße, sondern strahlt auch nach Innen und befruchtet im besten Fall beide Seiten.

Was Bewerber/innen zudem nachhaltig in Erinnerung bleibt, ist die Erfahrung, die während dem Rekrutierungsprozess gemacht wird. Dies reicht von der Frage, ob die gemachte Erfahrung mit den kommunizierten Unternehmenswerten zusammen passt bis hin zum ganz einfachen Ein-mal-Eins einer gelungenen Kommunikation auf Augenhöhe. Wird der Eingang der Bewerbung zeitnah bestätigt? Wie schnell folgt die Einladung zum Gespräch? Wie schnell erfolgt eine Rückmeldung oder Kommunikation einer Entscheidung? Erfolgt dies persönlich, telefonisch oder auf schriftlichem Weg? Auch sogenannte Chatbots (chat engl. plaudern – bot für Roboter) gewinnen sowohl im Text- als auch Sprachformat zunehmend an Bedeutung und stehen für eine zeitgemäße Art der Interaktion mit Bewerber/innen. Diese Faktoren zu berücksichtigen schafft Vertrauen, vermittelt einen wertschätzenden und respektvollen Umgang mit künftigen Mitarbeiter/innen und trägt so zu einem positiven Unternehmensgesamtbild bei.

Bei allen Bemühungen eine attraktive Arbeitgebermarke zu positionieren, ist vor allem eines wichtig: Authentisch bleiben. Denn künftig liegt der Fokus nicht mehr nur auf dem Finden von neuen Mitarbeitenden, sondern auf dem Binden von bestehenden. Stimmen Selbst- und Fremdbild eines Unternehmens nicht überein, werden alle noch so gut durchdachten Kampagnen und Strategien nicht den gewünschten Effekt entfalten können.  

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